Sie waren das Schönste und Größte was Babylon zu bieten hatte. Eine Pflanzenwelt mitten in der Wüste. Ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem machte dies möglich. Der Garten soll sich über mehrere Terrassen erstreckt haben. Wo genau sich dieses Wunderwerk befunden haben könnte, kann man nicht mehr genau sagen, aber wegen des Bewässerungssystems, geht man davon aus, das es in der Nähe des Flusses Euphrat gewesen sein muß.
Als man den östlichen Teil des Königsgewölbes frei legte, kam ein terrassenförmiger Unterbau zum Vorschein und dort könnte sich der Garten befunden haben. Über eine sagenhafte Anlage berichteten auch die Griechen. Das Gewölbe soll sich über zahlreiche Gebäude erhoben haben. Das Gestein wurde durch Asphalt vor dem Wasser geschützt, so dass es nicht durchsickern konnte. Die Babylonier legten ein großes System von Rinnen und Rohren an, die sie gut versteckten, so dass sie nicht zu sehen waren. So war gewährleistet dass die Pflanzen auch bei größter Trockenheit mit Wasser versorgt wurden.

Diese große Anlage muß wunderbar und rätselhaft gewirkt haben: Wasserfälle die aus dem Nichts kamen, Blumenduft überall und kühlender Schatten in der unendlichen Hitze der Wüste. Man sagt, dass die Gärten in Terrassenform gebaut wurden, damit sie wie eine Bergwelt wirkten.

Nebukadnezar wollte seiner Frau ein Stück Heimat in die Wüste bringen. Wenn dies so war, dann sind die Gärten, aus Liebe entstanden und nicht als Machtsymbol. Man sagt aber auch, die Gärten habe die Königin Semiramis von Assyrien anlegen lassen. Sie soll neben der Erschaffung der Gärten auch viele Städte gegründet haben. Wer auch immer die hängenden Gärten von Babylon erbaut oder erschaffen hat bleibt wohl ein Geheimnis der Stadt Babylon mit seinen vielen Mythen.

Aufbau der Gärten:

  • auf einem Kellergewölbe (entdeckt von Robert Koldewey, 1898) befand sich ein terrassenförmiger Zentralbau, jede Terrasse 5 m über der darunter liegenden Terrasse
  • das Gewölbe war mit 5,45 m langen und 1,35 m breiten Steinbalken bedeckt, darauf folgte eine Lage Schilf mit Asphalt vermischt, dann eine doppelte Schicht gebrannter Ziegel, die Fugen wurden mit Gips vergossen
  • dann folgte eine Bleischicht zur Feuchtigkeitsisolierung des Unterbaus
  • auf die Bleilage wurde eine 3 m hohe Erdschicht aufgebracht, der eigentliche Garten, worin aufgrund der enormen Höhe auch Bäume wachsen konnten

Literatur

R. Koldewey, Die Königsburgen von Babylon I. Die Südburg (1931) 38ff.

R. George, Babylonian Topographical Texts (1992).

S. Dalley, Niniveh, Babylon and the Hanging Gardens: Cuneiform and Classical Sources Reconciled, Iraq 56, 1994, 45 – 58.