Wenn man von den Pyramiden in Gizeh spricht, meint man eigentlich nur die Cheops Pyramide. Sie erhielt ihren Namen von dem Pharao, der sie erbauen ließ.
Sie ist das einzige antike Weltwunder, welches heute noch fast komplett erhalten ist und gleichzeitig auch die größte und älteste Pyramide. Cheops ließ sie vor ca. 4500 Jahren erbauen. Zehntausende von Menschen arbeiteten über 20 Jahre alleine an der Cheops Pyramide.

Der Nil überflutete jedes Jahr das Land und in diesen 3 Monaten in denen die Feldarbeit ruhte, war jeder verpflichtet beim Bau der Pyramide zu helfen. Die einzelnen Quader wurden alle per Hand bearbeitet und paßten exakt aufeinander, so dass nicht eine einzige Fuge heute mehr mißt als einen halben Zentimeter. Es wurden über 2 Millionen Steinblöcke verbaut. Die Steine wurden aus dem in der Nähe gelegenen Steinbruch über Walzen, Schlitten, Rampen und einfachen Hebelwerkzeugen an ihren richtigen Platz gebracht. Das Ergebnis dieser übermenschlichen Arbeit ist eine Pyramide, die 146 Meter hoch ist und an jeder Seite eine Breite 230 Meter hat.

Die Menschen, die an diesen Bau beteiligt waren, glaubten fest daran, daß sie ihrem Pharao zur Unsterblichkeit verhalfen und sich selbst zum ewigen Leben.
Die Pyramide wurde von außen mit ganz feinem Sand geglättet. Sie hatte eine goldene Spitze, die in der Sonne funkelte und somit die Verschmelzung des Pharaos und mit dem Sonnengott symbolisierte.
Neben den 3 großen Pyramiden (die Cheops-Pyramide, die Pyramide des Chefren und die des Mekerinos) befinden sich noch 3 kleinere. Dieses sind die Grabstätten der Königinnen, die jedoch nicht fertig gestellt wurden. Um sich die Gunst ihres Pharaos zu sichern, legten die Fürsten und höheren Bediensteten ihre Grabstätten in die Nähe der Pyramiden.

In der Pyramide fand man bei Ausgrabungen im 20. Jahrhundert ein 46 Meter langes Holzschiff. Man geht davon aus, dass der einbalsamierte Körper des Pharaos damit zur Ruhe gebettet wurde.
Den genauen Bauplan der Pyramide kannte nur die Baumeister selbst. Nur sie alleine kannten alle Gänge und Räume. Die verschlungenen Wege sollten Plünderer davon abhalten, die Gräber auszuräumen. Wie viele Jahre das Labyrinth standgehalten hat, vermag man nicht zu sagen, aber was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass die Grabkammer des Cheops, bei seiner Öffnung im 9. Jahrhundert leer war. Es befand sich weder der Leichnam, noch Grabbeilagen in der Kammer, genau wie bei den anderen großen Pyramiden. Was nur den einen Schluß zuläßt: dass es sich nicht die tatsächliche Grabkammern handelte.



Die Sphinx

Sie zählt nicht zu den sieben antiken Weltwundern, aber dennoch möchte ich sie an dieser Stelle kurz erwähnen. Der Sohn von Cheops, Chefren ließ sie erbauen. Ihre Aufgabe war es über die Grabanlage zu wachen. Sie hat den Körper eines Löwen und den Kopf eines Menschen und das Gesicht von Chefren. Ihr Blick zeigt nach Osten, damit sie jeden Morgen die Sonne begrüßen kann. Sie hat eine Breite von 21 Meter und eine Länge von 74 Meter. Leider ist sie im Laufe der Zeit beschädigt worden.
Ihre Nase ist nicht mehr vorhanden (sie wurde angeblich von einer verirrten Granate getroffen). Der Bart, Teile der Gipsverkleidung und ihre Bemalung weisen ebenfalls die Spuren der Zeit auf. Im Laufe der Jahrtausende verschlang der Sand der Sahara die Sphinx, aber der Pharao Thutmosis IV ließ sie im Jahre 1400 v.Chr. wieder freilegen und restaurieren.

Literatur

R.Stadelmann, Die ägyptischen Pyramiden. Vom Ziegelbau zum Weltwunder. (2. Auflage, Mainz 1991).

R.Stadelmann, Die großen Pyramiden von Giza (Graz 1990).