Der Erbauer, oder man kann auch sagen der Schöpfer, der Staute, war Phidias. Er war der größte Künstler seiner Zeit. Im Jahre 433 v.u.Z. trat man an ihn heran, er möge doch eine Zeus-Staute bauen, die man in den Zeustempel, der sich im Herzen Olympias befand, stellen konnte. Dieser Tempel hatte die mächtigsten Säulen, die je ein Tempel besaß. Phidias benötigte 8 Jahre für die Erschaffung dieses Weltwunders. Als die Staute fertig war, hatte sie die stolze Größe von 12 Metern. Der Thron des Zeus war aus Zedernholz, der mit Elfenbein, Ebenholz, Gold und Edelsteinen verziert war.
Die Staute selbst bestand aus Elfenbein. Der Bart und das Haar waren aus purem Gold. Die Kleider des Zeus hatten einen Goldüberzug und die Füße des Göttervaters standen auf einem goldenen Schemel. Weiterhin war die Staute mit den Insignien der Macht ausgestattet, die da wären: das Zepter mit einem Adler auf der Spitze in der linken Hand. In der rechten Hand, stand die Siegesgöttin Nike mit dem Frieden bringenden Ölzweig in der Hand.

Kaiser Theodosius ließ im Jahre 426 alle Götteraltäre zerschlagen und es ist wahrscheinlich, dass die Zeus-Staute unter ihnen war. Der Tempel selber fiel den Erdbeben in den Jahren 523 - 551 zum Opfer.

Zitat: Phidias schuf Zeus sitzend, mit seinem Kopf die Decke beinahe berührend, so dass wir den Eindruck haben, wenn Zeus aufstünde, er den Tempel abdecken würde. ( Historiker Strabo )

Die unbekleideten Körperpartien (Antlitz, Hals, Arme, Hände und Füße) waren in Elfenbeinverkleidung meisterhaft modelliert. Die Sohlen der Sandalen, das bis zu den Knöcheln herabreichende Göttergewand und die den Nacken umwallenden Haarflechten bestanden aus Gold. Auf der vorgestreckten Rechten hielt Zeus eine schwebend schlanke Nike, die linke Hand hielt das mit verschiedenen Edelmetallen eingelegte Zepter, das vom goldenen Königsadler gekrönt war. Am Goldschemel unter den Füßen war die Künstlerinschrift angebracht: "Phidias, Charmides Sohn aus Athen, der hat mich geschaffen."

Literatur

J. Fink, Der Thron des Zeus in Olympia. Bildwelt und Weltbild (München 1967).

W. Schiering , Glas für eine Göttin. Zum Gewand einer klassischen Kolossalstatue (Nike?) in Olympia – Ein Beitrag zur experimentellen Archäologie, Antike Welt 30, 1999, 39-48.

Die Publikationen des Deutschen Archäologischen Instituts:
Olympische Forschungen Band 5: A. Mallwitz, W. Schiering, Die Werkstatt des Pheidias in Olympia (Berlin 1964).
Olympische Forschungen Band 18: W. Schiering u.a., Die Werkstatt des Pheidias in Olympia, 2. Werkstattfunde (Berlin 1991).